Lenovo X240 und Arch

Vorwort: Ich bin absoluter Neuling in Sachen Arch-Linux, aber doch schon lange genug Linux user um mir zuzutrauen, hier keine groben Fehler zu machen. Dieser Artikel soll in erster Linie dazu dienen, alle Dinge die mir aufgefallen sind zu sammeln, wovon sich das meiste, gewusst wo, im Internet findet.

Vorbereitung:

Auf Grund eines UEFI-Bugs besteht die Gefahr sein Notebook zu bricken (in einen Ziegelstein zu verwandeln), wenn nicht vor der Linux-Installation die UEFI-Firmware aktualisiert wird. Dafür muss man zu erst einmal das ISO-Image auf der Lenovo Webseite finden und herunterladen. Wer nun ein USB-CDROM laufwerk und einen Rohling zur Hand hat, hat Glück, alle anderen laden sich diese Perl-Script herunter .und können damit aus dem ISO ein boot-fähiges IMG erzeugen, welches sich mit dd auf einen USB-Stick befördern lässt

geteltorito.pl giuj12us.iso > biosupdate.img;  
dd if=biosupdate.img of=/dev/sdX bs=512K  

Dann den USB-Stick anstecken und davon booten, den Anweißungen folgen und sich über eine neue Firmware freuen. Jetzt ist der richtige Zeitpung, in das UEFI-Menü zu schauen, und Einstellungen anzupassen, wobei das meiste auf einem sinnvollen Default war. Wer eine Samsung oder Intel SSD in seinem X240 hat, kann ein ATA-Passwort setzen und somit die eingebaute Verschlüsselung der Disk nutzen, falls man nicht zu Paranoid ist, dieser zu trauen. Außerdem will, wer später mal Virtualisierungssoftware nutzen will, vermutlich VT einschalten.

Installation

Nun ist es an der Zeit sich Arch zu zuwenden. Auch hierfür bleibt wieder die Wahl zwischen CD und USB-Stick, wobei dieses Mal das Image ohne konvertierung von USB booten kann.
Da ich nicht den Weg über die BIOS-Emulation gehen wollte, habe ich mich entschieden Arch mit UEFI und Gummyboot zu installieren und bin dabei der Anleitung von THG gefolgt. Nebenbei in den offiziellen Guide zu schauen hat sich aber trotzdem als Hilfreich erwiesen.

Alles was danach kommt, ist erstmal Geschmackssache, die meisten, werden aber wohl eine Form von graphischer Umgebung installieren. Erst danach macht es vermutlich Sinn, sich mit den Details und Macken des X240 zu befassen.

Einrichtung

Das erste Detail, welches vermutlich auffällt, ist, dass das Touchpad entweder Garnicht funktioniert, oder nicht wirklich wie gewünscht. Abhilfe dafür schafft xf86-input-evdev-trackpoint, welches es aber nicht in den Repositories, sondern nur im AUR gibt. Dafür benötigt man einen anderen Paketmanager als den pacman, welchen man sich auch erst einmal besorgen muss. Ich habe an dieser Stelle zu yaourt gegriffen. Damit dieser einen nicht ständig nervt, dass er nicht als Root laufen will, sollte man seinen eigenen User spätestens jetzt mit sudo ausstatten. Arch typisch sollte der eigene User Mitglied in der Gruppe wheel sein und man muss nur mit visudo die entsprechende Zeile einkommentieren.

Nächste Dinge, welche Zuwendung brauchen sind noch der Smartcard-Leser und der Audio-Ausgang des Docks, welche nicht einfach so funktionieren. Die Lösung für den Audio-Ausgang findet sich auf Github.
Für den Smartcard-Leser werden nun noch ccid opensc pcsc-tools benötigt.
Danach

sudo nano /etc/opensc.conf  
# uncomment 2x: enable_pinpad=false
# Start it:
sudo systemctl start pcscd  
sudo systemctl enable pcscd  
# test if reader is found:
pcsc_scan  

Damit funktioniert alles, was ich derzeit benötige. Bluetooth, NFC und Fingerabdruckleser habe ich noch nicht getestet, da ich derzeit keinen Bedarf habe. Die Webcam, Netzwerk und der SD-Kartenleser haben ohne Nachhilfe automatisch funktioniert.
Den Funktionstasten werde ich auch noch etwas Arbeit widmen, besonders da die Audio-Tasten keine XF86 Codes mehr erzeugen, manche andere Tasten aber schon.